Martin Luthers Skandalbuch in neuer Auflage

„Von den Juden und ihren Lügen“

(06.03.2016)

Erste vollständige ins Neuhochdeutsche übertragene und kommentierte Ausgabe

Bei den Feierlichkeiten der „Lutherdekade“ (2008-2017) hat die Evangelische Kirche ein erhebliches Problem: der Gefeierte war ein großer und wirkmächtiger Judenhasser. Bislang gibt es von offizieller evangelischer Seite zwar Stimmen des Bedauerns, Konsequenzen angesichts von Luthers Haltung wurden hingegen nicht gezogen.

Unter Luthers judenfeindlichen Hetzschriften sticht sein Buch Von den Juden und ihren Lügen von 1543 in makabrer Weise hervor. Darin entwickelt er sein berüchtigtes Sieben-Punkte-Programm zur Auslöschung des Judentums, das von den Nationalsozialisten Punkt für Punkt umgesetzt wurde.

Luthers Tirade gegen die Juden liegt nun erstmals in einer vollständigen Ausgabe vor, die Originaltext und Übertragung ins Neuhochdeutsche auf Doppelseiten gegenüberstellt. Die vier Herausgeber legen mit Von den Juden und ihren Lügen ein Dokument vor, das in der Debatte um Luthers historische Bedeutung eine zentrale Rolle spielen dürfte. Hatte der Philosoph Karl Jaspers Recht, als er bemerkte: „Was Hitler getan, hat Luther geraten, mit Ausnahme der direkten Tötung durch Gaskammern“? Anhand des kommentierten Originaltextes kann Luthers Beitrag zur Aufrechterhaltung und Verbreitung der Judenfeindschaft in Europa nun überprüft werden.

Herausgegeben von Karl-Heinz Büchner, Bernd P. Kammermeier, Reinhold Schlotz und Robert Zwilling

ca. 300 Seiten, kartoniert, 20 €, Alibri Verlag, ISBN 978-3-86569-196-5

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