Luther: Volksheld, Antisemit, Hassprediger

Neue Luther-Broschüre erschienen

(18.04.2017)

Rund 250 Millionen Euro aus allgemeinen Steuergeldern bringt die öffentliche Hand für die „Luther-Dekade“ auf. Der 500. Jahrestag seines angeblichen „Thesenanschlags“ soll sogar als bundesweiter Feiertag begangen werden. Aber war Martin Luther wirklich ein Mann, den man feiern sollte? Gewiss: Er hat der katholischen Kirche die Stirn geboten und sich Verdienste um die deutsche Sprache erworben, jedoch war Luther zugleich einer der größten Hassprediger, die das Christentum hervorgebracht hat.

Insbesondere seine Aversion gegen die Juden kannte keine Grenzen. Und so wurde Martin Luther zu einem der wirkmächtigsten Vertreter des Judenhasses in der langen Geschichte des christlichen Antisemitismus/Antijudaismus von Golgatha bis Auschwitz.

Luther-Dekade, Luther-Jahr, Luther-Oratorium, Luther-Musical, Luther-Brot, Luther-Bier, Luther-Bonbon, Luther-Lutscher, -Socken, -Küsse und -Playmobilfiguren… Ganz Deutschland ist im „Luther-Fieber“ – zumindest erhofft sich das die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD). Laut ZDF-Ranking (2003) ist Martin Luther der „zweitgrößte Deutsche“ und hätte nach Meinung vieler Protestanten eigentlich Platz 1 verdient. Inzwischen räumen evangelische Theologen zwar ein, dass es bei Luther „dunkle Flecken“ und „beschämende Aussagen“ gebe, doch die Beschäftigung damit soll „Fachkreisen“ vorbehalten bleiben. Das öffentliche Bild des Reformators soll möglichst nicht beschädigt werden.

Seit Ende des 2. Weltkriegs versuchen Theologen, Luthers Rolle in der Geschichte des Antisemitismus kleinzureden. So wird häufig auf seine frühe Schrift „Dass Jesus Christus als Jude geboren wurde“ (1523) verwiesen, die jedoch zu Unrecht als „judenfreundlich“ gilt. Zwar schrieb Luther darin: „Ich hoffe, dass, wenn man die Juden freundlich behandelt, recht viele von ihnen Christen werden“. Doch diese halbherzige Duldung galt nur „Bis ich sehe, was ich bewirkt habe“.

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