Sieg für die Multikulturalität

Zur Aufhebung des Totalverbots unchristlicher Veranstaltungen in Bayern am Karfreitag

(03.12.2016)

Das Bundesverfassungsgericht hat mit seinem Urteil vom 27. Oktober 2016 die absolutistische Bevorzugung christlicher Trauerzwangs-Veranstaltungen an Karfreitag zum Nachteil aller anderen sozialen Veranstaltungen in Bayern aufgehoben.

Es wird also in Zukunft möglich sein mit einem begründeten Antrag eine Ausnahme zu erhalten. Diese Kleinigkeit ist im Wesentlichen die Aussage des Urteils des Bundesverfassungsgerichtes.

Dies ist eine nötige Öffnung für eine multikulturelle Gesellschaft. Es geschieht ja bereits jetzt, dass traditionsreiche, einheimische, gesellige Veranstaltungen zufälligerweise auf einen Karfreitag fallen. Darüber hinaus wird es auch immer mehr Feiertage eingewanderter Kulturen geben – wie z.b. der Ramadan – die möglicherweise auf den historisch-zufälligen Karfreitag fallen werden.

Bemerkenswert ist hier, dass gerade flächendeckende Tanzverbote aus der Zeit des deutschen Faschismus stammen* und – wie auch das Reichskonkordat mit der Regierung Adolf Hitlers – weiterhin gültig sind.

Ebenso ist die Information des weltanschaulichen Bekenntnisses für die Lonsteuerabrechnung Beschäftigter an den Arbeitgeber, ein Erbe der NS-Zeit zur Entjudung von Unternehmen, welches 1936 eingeführt wurde. Steuerrechtlich war dies lediglich die Überführung einer bereits vorhandenen Steuer auf das Einkommen zu einer Quellensteuer.

Zur Quellenrecherche:

Siehe auch:

* So z.b. in der früheren Ausgabe des Feiertagsgesetzes des Landes Baden-Württemberg zu finden (siehe die Reichsvorschriften am Fuße der Seite):

Weitere Meinungen dazu: