Skandal um Forschungsgelder für die katholische Theologie

1,6 Mio. EUR Steuergelder für Kirchen-Marketing?

(16.05.2016)

Die untadelige Deutsche Forschungs-Gemeinschaft (DFG) hat auf ihrer Website ein Forschungsprojekt ausgeschrieben, in dem es offensichtlich nicht darum geht wissenschaftlich korrekt und ergebnisoffen die Wissenschaftlichkeit der katholischen Theologie zu beurteilen.

Der Projektbeschreibung nach geht es darum die Aussagen, dass die katholische Theologie keine Wissenschaft sei, zu erforschen; Um danach schließlich eine eigene Wissenschaftstheorie für katholische Theologie zu erfinden, die annehmbar ist.

Das Ziel der Nachwuchsgruppe besteht darin, die in der gegenwärtigen Debatte vonseiten des Naturalismus und der analytischen Wissenschaftstheorie vorgebrachten Einwände gegen die Wissenschaftlichkeit der katholischen Theologie zu strukturieren, zu evaluieren und, durch das Entwickeln einer allgemein anschlussfähigen Wissenschaftstheorie der katholischen Theologie, zurückzuweisen.

Quelle: Projektbeschreibung auf der Website der DFG*

Ich kann mir jetzt schon die sprachlichen Tricks im finalen Papier vorstellen:

  1. Mit viel viel Wortgeklingel wird das inhaltliche Nichts weniger Aussagen auf Buchdicke aufgeblasen wird, so dass alleine der schiere Umfang den nichtberuflichen und dafür bezahlten Kritiker von einer sachgemäß detaillierten Kritik abhält.
  2. Dazu kommen noch weitschweifigere und schwerer verständliche Sätze zur Verschleierung des argumentativen Kartenhauses zum Einsatz, als z.b. hier in diesem Artikel.
  3. Garniert wird das Ganze mit Zitaten und Verweisen auf Eminenzen mit berühmten Namen (sog. „Name Dropping“, wobei das ähnliche Wort „Droppings“ im Englischen den heruntergefallenen Vogelkot bezeichnet. Das hat jetzt aber mit dem ursprünglichen Thema nun wirklich nichts zu tun, nicht wahr?).

Bloß, weil etwas ausschweifend und unverständlich und von Menschen, die an einer Universität tätig sind, dargestellt wird, muss es nicht richtig sein. Wenn ein Journalist so schreibt, hat er meist das Thema, mindestens aber seinen Beruf nicht verstanden.

Es ist sehr bedauerlich, dass mit solchen simplen Tricks, die lediglich das Gehirn des Lesers mit vielen bedeutungsschwangeren Worten frittieren, es auch heute noch möglich ist, beliebigen Schwachsinn zu verkaufen.

Bei Allem, wo man nicht weiß, was es bedeuten soll,
sagen wir vorsichtshalber, das ist anspruchsvoll.

Quelle: Reinhard Mey, „Anspruchsvoll“

Laut der Projektbeschreibung geht es geht auch nicht darum Änderungen an der theologischen Theologie vorzuschlagen, die die Wissenschaftlichkeit wieder herstellen könnten (keine Innovation).

Der erste Teil des Projektes (Quellenrecherche, Literaturstudium), ist durchaus eine gängige Handwerksübung in der wissenschaftlichen Ausbildung an Hochschulen.

Der zweite Teil des Projektes (Propaganda, Public Relation) ist jedoch klar eine außeruniversitäre Dienstleistung für die sich „normale“ Wirtschaftsunternehmen passende, erfahrene Dienstleister einkaufen.

Fazit: Die ganze Geschichte riecht jetzt schon unangenehm nach einem reinrassigen Marketingprojekt mit deutlich propagandistischen Zügen. Höchst ärgerlich nur, dass es nicht von den Nutznießern – dem katholischen Klerus – finanziert, wird sondern alle Steuerzahler zur Kasse gezwungen werden.

Hat man sich so die Ausgießung des heiligen Geistes vorzustellen?
Als staatlicher Segen aus schnödem Mammon?

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