Messer am Penis – Schere im Kopf

von Bernd Kammermeier

(04.03.2014)

Manchmal ist es lehrreich im Fernsehen die subtilen Methoden missionsbewusster Sender in Deutschland zu verfolgen. Meine ich dabei etwa Bibel TV oder Radio Vatikan? Nein!

Am 19. Januar 2014 lief im Rahmen der Serie „Schau in meine Welt“ das Beschneidungsfest des elfjährigen Tahsin im Kinderkanal von ARD und ZDF. Letztere sind öffentlich-rechtliche Sender, also auch der KiKA. Ein Faktum, das in meiner Beurteilung noch wichtig werden wird, denn mir geht es um die Frage, ob Fahrlässigkeit oder Vorsatz bei der Verharmlosung männlicher Zwangsbeschneidung in diesem Film im Spiel war.

Ich habe Sender und Produzenten nach der Ankündigung deutliche Worte geschrieben. Ob von dort jemals eine Antwort kommt?

Intaktiv e.V. forderte sogar eine Absetzung des Beitrages. Doch der lief wie geplant, ich durfte in Tahsins Welt schauen und mir wurde übel. Nicht, weil die Genitalverstümmelung als blutiger Ernst gezeigt worden wäre – das hätte noch heilsam wirken können – sondern weil alles Drumherum eitel Sonnenschein, Friede, Freude, Eierkuchen zu sein schien.

Ist Zwangsbeschneidung wirklich ein fröhliches Fest für die ganze Familie, über das der KiKA berichten darf, als sei es ein lustiger Kindergeburtstag?

Ich spreche von „Zwangsbeschneidung“, obwohl Befürworter dieser Operation ausschließlich den Begriff „Beschneidung“ verwenden. Doch dieser verharmlost die Amputation, lenkt ab von einem konstituierenden Merkmal bei Minderjährigen: Dem Zwang! Schließlich unterzieht sich kein Junge freiwillig einer Operation am Penis, die meistens, und religiös motiviert immer, unsinnig ist und obendrein gefährlich, weil nicht völlig komplikationsfrei. Der Zwang entsteht aus dem Irrglauben, Jungs seien Eigentum ihrer Eltern mit Vorhaut und Haaren. Selbst elterliche Sorge stößt hier laut prominenter Rechtsphilosophen wie Prof. Reinhard Merkel an ihre Grenzen.

Gegen medizinisch dringend gebotene oder freiwillige Beschneidung ab 18 Jahren hat niemand etwas einzuwenden.

Im Fall des jungen Türken Tahsin ging es um Zwangsbeschneidung aus religiösen Gründen, weil seine Eltern zufällig muslimischen Glaubens sind. Kinder selbst kommen jedoch ohne Religion auf die Welt, dafür mit allen Menschenrechten im Gepäck. Dies müsste in jeder Diskussion stärker beachtet werden, auch wenn es religiösen Hardlinern nicht in den Kram passt.

Letztere spüren seit dem Kölner Urteil gegen Beschneidung zunehmenden Gegenwind aus der säkularen Gesellschaft. Lediglich geschickt am Leben erhaltene, längst widerlegte Mythen über angebliche gesundheitliche oder hygienische Vorteile einer Vorhautamputation oder das bleischwere Nazi-Erbe lassen den einen oder anderen zögern, klare Stellung gegen Zwangsbeschneidung zu beziehen. So gab auch der Staat sein Wächteramt auf und erklärte sich mit § 1631d BGB zur Komikernation.

Angesichts von über 600 Protestmails im Vorfeld der KiKA-Sendung sah man sich dort gezwungen, anschließend eine Podiumsdiskussion im Webtalk zu veranstalten. Zuschauer konnten Fragen schicken, die auch eingeblendet, aber von den Diskutanten so gut wie unbeachtet blieben. Auf diesen Punkt im Zusammenhang mit Tahsins Beschneidungsfest werde ich noch eingehen.

Zurück zur Sendung: Haben die Filmemacher nicht die leisen Töne gehört, neben all der orientalischen Musik, dem Geschnatter der Verwandtschaft? Zum Beispiel Tahsins Angst, über die er offen sprach? Und was sagte der Vater zu seinen Söhnen?: „Ihr braucht keine Angst zu haben, alles wird in fünf Minuten vorbei sein, es werden Gäste kommen, es wird Essen geben, Süßigkeiten werden verteilt, Musiker werden spielen. Und es wird nicht geweint, in Ordnung?“ Warum wurde dies im Kommentar nicht gewürdigt? Und dann fragte der Vater scheinheilig: „Hast du Angst?“ „Nein!“, log ihn sein Sohn an.

Warum nur?

Hatte er nicht nur Angst vor der Beschneidung, sondern auch vor seinem Vater? Vor dessen Reaktion? Vor der Befürchtung, dann vielleicht kein richtiger Mann zu werden?

Hier an dieser Stelle wurde der Mechanismus sichtbar, der diesen Ritus seit vielen Generationen am Leben erhält: Jeder Vater wurde einst von seinem Vater unter Druck gesetzt, die Zwangsbeschneidung über sich ergehen zu lassen – bis zur Entwicklung der Lokalanästhesie ab 1884 gänzlich ohne Betäubung. Selbst heute noch wird der Schmerz oft nicht oder nicht ausreichend bekämpft.

Und wie war das, als Tahsin offen zugab, gar nicht zu wissen, was hinterher anders sei? Wurde er denn nicht aufgeklärt?

Offenbar nicht.

Aber die jungen Zuschauer, für die der Film gedacht war, auch nicht. Sie erfuhren nichts über Vorgang und Folgen einer Zwangsbeschneidung – nur, dass man anschließend einen Purzelbaum machen kann und viel Geld und Anerkennung erntet.

Weder wurde diese Bestechung des Jungen kommentiert noch das brutalste soziale Druckmittel im Vorfeld des Ritus - die dem Zuckerbrot gegenüber lauernde Peitsche.

Wie sagte Tahsin?: „Ich finde es blöd, dass meine Beschneidung jetzt erst stattfindet. Eigentlich sagen ja alle, dass man als Dreijähriger schon beschnitten werden sollte. Man fühlt sich echt nicht gut, weil alle anderen einen ständig hänseln.“

Statt diesen Jungen in seinen Ängsten aufzufangen und diese gelten zu lassen, verkaufte der Film als positiv, dass man hinterher nicht mehr von den eigenen Freunden gemobbt wird. Es gibt sicher Sendungen beim KiKA, die Mobbing negativ kommentieren. Warum nicht in diesem Fall? Weil es religiöse Tradition ist? Auch diesen Punkt werde ich gleich durchleuchten.

Und die Zwangsbeschneidung selbst?

Blut wurde nicht gezeigt, statt dessen eine bizarr wirkende Gemütlichkeit, mit der der chirurgische Eingriff von Nicht-Ärzten beim Hausbesuch abgewickelt wurde - vor den Augen der gaffenden, johlenden Verwandtschaft. Und der KiKA-Kommentar? „Die Beschneider sind da, zwei Männer aus der Gemeinde, die dafür ausgebildet wurden und seit Jahren nichts anderes machen. Für ihre kleine Operation benutzen sie einfach den Wohnzimmertisch.“

Kleine Operation? Einfach den Wohnzimmertisch?

Und was meinte der gutgelaunte Beschneider? „Wenn das hier“ - er zeigte es an seinem Daumen – „der Penis des Jungen ist, dann gibt es hier vorne so eine Art Köpfchen. Über diesem Köpfchen befindet sich Haut, die schneiden wir weg, das war’s.“

Wurden diese verharmlosende Darstellung und die mangelnde Hygiene kindgerecht kommentiert? Nein! Nach der Zwangsbeschneidung bekam Tahsin ein Pflaster in den Farben seines Lieblingsfußballvereins Galatasaray Istanbul. Na, dann ist ja alles Bestens. Vor allem das Glück der Familie ist nun riesengroß. Wie sagte der Vater freudestrahlend?: „Es gibt ein Sprichwort, das besagt, dass es nicht jedem vergönnt ist, solche Vaterfreuden zu erleben. Da ist was dran. Ich bin jetzt stolz und richtig glücklich.“

Die folgenden 2 Wochen blendet der Film vollständig aus, genau die Zeit, in der die Wunde langsam verheilt, in der Tahsin Beschwerden beim Wasserlassen und Anziehen haben muss, in der er sicher nicht sehr glücklich ist. Beim Fest sind die kleinen Zuschauer wieder dabei, vielleicht sogar ein wenig neidisch.

Tahsin selbst scheint zu glauben, was ihm sein Leben lang indoktriniert wurde: „Alle sagen, dass ich jetzt ein Mann geworden bin, das macht mich natürlich glücklich.“

Und wie kommentierte KiKA das opulente Beschneidungsfest?: „Es regnet Lametta und echtes Geld. Am Rande des Festplatzes hat die Familie einen Thron aufgebaut, hier werden die Geschenke überreicht.“ Jubel, Trubel, Heiterkeit.

Jetzt meint Tahsin, es gehe ihm gut. Aber wenn das gar nicht stimmt? Wem könnte er sich anvertrauen? Wie sollte sich ein Elfjähriger gegen sein gesamtes soziales Umfeld auflehnen, das ihn in dieser Frage manipuliert hat seit er denken kann? Nach diesem Fest für den Rest von Tahsins Leben beginnt sein großes Schweigen, zu dem ihn ein Männlichkeitswahn verurteilt hat – weshalb er die Zwangsbeschneidung mit hoher Wahrscheinlichkeit auch an seinen Söhnen vollziehen wird. Ein nie endender Teufelskreis.

In der Nachschau des Filmes muss ich fragen:

Waren die jungen KiKA-Zuschauer nicht völlig überfordert, wenn sie ohne umfassende Aufklärung über Genitalverstümmelung selbst entscheiden sollten, ob eine als unverzichtbar dargestellte Praxis abzulehnen sei? Zumal wenn sie auch Erwachsene oft genug verharmlosend beurteilen?

Gründe für eine eventuelle Ablehnung, z.B. eine eingeschränkte Sexualität, können Kinder bis zur Pubertät unmöglich nachvollziehen.

Warum stellte der Film nicht die naheliegenden Fragen, abseits der Sexualität? Z.B. ob jemand den Jungs innerhalb dieser Kulturen sagt, dass man auch ohne Genitalverstümmelung ein ganz normaler Mann wird? Oder dass jeder auch ohne Gott glücklich sein kann? In kindgerechter Weise hätte man kommentieren müssen, dass die Knaben durch sozialen Druck innerhalb der Familie - Stichworte: Familienehre, Tradition, Gottesfurcht - zu religiösen Gemeindemitgliedern indoktriniert werden.

Diese aus Unerfahrenheit oder bewusster Desinformation resultierende, scheinbare Alternativlosigkeit zu einem archaischen Kindsopferritus ist es, die viele Erwachsene überfordert und bei der KiKA-Zielgruppe erst Recht nur Ratlosigkeit hinterlassen konnte.

Dieser Film ließ sie allein, verstörte bestenfalls oder zementierte schlimmstenfalls einen in der heutigen Welt unmenschlichen Akt als unabänderlich. Aber hat nicht die eindeutige Ächtung weiblicher Genitalverstümmelung ein Umdenken in vielen afrikanischen Ländern ausgelöst? Dies würde ich mir auch in Bezug auf die männliche Genitalverstümmelung wünschen. Dieser Film hat eine große Chance auf diesem Weg verpasst.

Mehr noch: Er verfestigte sicher bei einigen eine latente Ablehnung der gesamten damit verbundenen Kultur oder bewirkte diese sogar erst. Dies wird nicht Absicht der KiKA-Redakteure gewesen sein, umso tragischer das zu befürchtende Ergebnis.

Der anschließende Webtalk mit Experten erhellte ein wenig die Beweggründe beim KiKA für diese unkritische Präsentation. Auf den ersten Blick wirkte er so inszeniert, dass ich mich fragte, welche Verzweiflung in der Redaktion wohl geherrscht haben muss, uns ein solches Bauerntheater aufzutischen. Deren Schere im Kopf – das sah man deutlich – tat richtig weh. Doch an der Intelligenz der Beteiligten lag es nicht, eher an ihrem persönlichen Hintergrund.

Um dieses besser zu verstehen muss ich ein wenig ausholen und über den Programmauftrag öffentlich-rechtlicher Sender informieren: An diesen sind sie nach § 11 des Rundfunkstaatsvertrags gebunden. Der beschreibt Rundfunk als Sache der Allgemeinheit, als Medium und Faktor der freien Meinungsbildung. Wesentliche Gesichtspunkte sind Unabhängigkeit von staatlichen Eingriffen sowie innere und äußere Pressefreiheit. Neben Ausgewogenheit der Berichterstattung sehen die Programmgrundsätze vor, dass in den Sendungen die Würde des Menschen zu achten und zu schützen sei. Weiterhin sollen die Programme der Wahrheit verpflichtet sein. Insbesondere sind die Rundfunkanstalten zu Ausgewogenheit, Unparteilichkeit, Objektivität und zur Einhaltung der journalistischen Sorgfalt verpflichtet.

Daraus folgt, dass auch der KiKA als Spartensender von ARD und ZDF ausgewogen, unparteilich und objektiv berichten muss, um zur freien Meinungsbildung beizutragen.

Doch die unausgewogene Besetzung des Webtalks, medienrechtlicher Bestandteil des öffentlich-rechtlichen Programms, verstieß gegen mehrere Bestimmungen des Rundfunkstaatsvertrages, die meiner Meinung nach sogar justiziabel wären.

Als Beweis stelle ich die Diskutanten und ihre Hintergründe vor.

Ich beginne mit Dr. med. Josef Schweiger. Er wurde in der Runde als kompetenter Urologe vorgestellt – und sprach sich dezidiert für Zwangsbeschneidung aus. Warum nur? Er arbeitet im katholischen Krankenhaus „St. Johann Nepomuk” in Erfurt. Deren Motto lautet „In christlicher Tradition Krankheiten heilen Leiden lindern“. Mir kommt spontan die christliche Vorzeigemutter Teresa in den Sinn, den seliggesprochenen Engel von Kalkutta, die ihre Patienten ohne Betäubungsmittel die Leiden Christi nachempfinden ließ.

Im Familienratgeber „Kids und Co.“ finde ich einen Artikel mit Dr. Schweiger über Beschneidung. Sein Titel: „Beschneidung - kleiner Schnitt, große Wirkung“.

Ich kommentiere den Text eingehend, auch weil hier bedeutende Fakten zum Thema analysiert werden können. So lese ich in der Einleitung: „An sich gehört die Beschneidung als Thema gesehen nicht zu den Tabus unserer Gesellschaft. […] Tatsächlich könnten mit entsprechender Aufklärung die meisten Eingriffe, die durch eine Vorhautverengung, eine sogenannte Phimose entstehen, vermieden werden…“

Das klingt nach operationsvermeidender Aufklärung. Ich lese neugierig weiter: „Doch neben den medizinischen Indikationen werden häufig auch religiöse, rituelle, kosmetische, hygienische oder ästhetische Argumente angeführt.“

Ein freiwillig Beschnittener meinte in einem Gespräch mit KIDS&Co sogar: „Die Vorhaut hat heutzutage keine Funktion mehr, und wenn sich Leute fragen, dass das doch nicht sein kann, sich beschneiden zu lassen: Dann bedenken Sie doch einmal, was Sie mit Weisheitszähnen machen - ziehen; entzündete Mandeln - entfernen; Blinddarmentzündung – den Wurmfortsatz entfernen.... Das stellt dann komischerweise Weise keiner in Frage!“

Ich halte beim Lesen entsetzt inne! Herrschen hier lediglich mangelnde anatomische Kenntnisse oder etwa andere Interessen vor? Zur Wichtigkeit der Vorhaut reicht ein Blick in ein Anatomiebuch. Vor allem würde man unauffällige Weisheitszähne, Mandeln oder Blinddärme nie entfernen. Ich habe bisher nur meine Weisheitszähne eingebüßt – weil sie wehtaten.

Nun, hier beginnt das Interview mit Dr. Schweiger:

„Herr Dr. Schweiger, welche Gründe gibt es für eine Beschneidung?“

„Beschneidung oder Zirkumzision bezeichnet einen Eingriff an den menschlichen Genitalien. Bei Jungen oder Männern - von der schrecklichen Beschneidung von Mädchen soll hier nicht die Rede sein - ist damit die anteilige oder vollständige Entfernung der Vorhaut gemeint.“

Stopp! Mir kommt eine böse Frage: Warum klammert er Mädchen aus? Weiß Dr. Schweiger nicht, dass 97 % aller Frauen in Ägypten beschnitten sind und dass 75 % dieser Genitalverstümmelungen dort in Krankenhäusern stattfinden? Und zwar mit WHO-Typ I, also der teilweisen oder vollständigen Entfernung des äußerlichen Teils der Klitoris, sowie WHO-Typ II, also der teilweisen oder vollständigen Entfernung des äußerlichen Teils der Klitoris und der inneren Schamlippen mit oder ohne Beschneidung der äußeren Schamlippen.

Ach ja, es gibt noch ein Land, wo bis 1977 Krankenkassen für schreckliche Mädchenbeschneidungen aufkamen, wo diese Verstümmelung erst 1996 verboten wurde. Ich rede von den USA!

Ich lese weiter Dr. Schweigers Aussagen:

„In Deutschland steht die medizinische Indikation ganz im Vordergrund. Operiert werden muss nur bei einer echten Vorhautverengung, der sogenannten Phimose. Eine eindeutige Diagnose kann erst nach dem ersten Lebensjahr gestellt werden, denn Verklebungen der Vorhaut sind im Säuglingsalter die Regel. Nur bei etwa 4 % der männlichen Säuglinge ist das Zurückschieben der Vorhaut möglich. Wir Ärzte sprechen dann von physiologischen Verklebungen, die die sensible Eichel des Säuglings schützen. Im Kleinkindesalter wird die Vorhaut dann nach und nach zurückschiebbar. Wenn dies nicht gelingt, sollten die Eltern ihren Jungen beim Arzt vorstellen.“

Frage von KIDS&Co.: „Muss dann in jedem Fall operiert werden?“

Schweigers Antwort: „Nein, keineswegs. Eine Beschneidung im Kindesalter ist bis auf wenige Ausnahmen nur bei einer echten Phimose notwendig. Die Übergänge von einer Verklebung der Vorhaut zur Phimose sind manchmal fließend. Oft liegt nur eine Vorhautverklebung vor, die mit sanften Therapieformen ohne operativen Eingriff gelöst werden kann. Dies geschieht mit Hilfe einer Anästhesiesalbe. Die Vorhaut sollte zu Hause dann stets nach dem Baden, wenn die Haut weich und elastisch ist, zurückgeschoben werden.“

Ich verstehe das so: Es gibt kaum Gründe für notwendige OPs. Das ist doch super! Auch der nächste Abschnitt des Interviews klingt vernünftig:

„Wie viele Jungen sind von einer Phimose betroffen?“

Dr. Schweiger: „Die Zahl der Betroffenen sinkt mit zunehmendem Alter. Nach den ersten Lebensjahren bleiben nur noch zirka fünf Prozent der Jungen übrig, die von einer echten Phimose betroffen sind.“

Vorhautprobleme reduziert Dr. Schweiger auf die permanent bedeckte Eichel – höchstens 5 % der Fälle. Und selbst denen hilft wie ich herausfand nach Angabe der Deutschen Gesellschaft für Urologie eine Salbentherapie mit einer Erfolgsquote von 75 %.

Weiter mit der nächsten Frage des Interviews: „Also sind in Deutschland nur 5 % der Jungen und Männer beschnitten?“

Antwort: „Nein, zu den auf Grund einer Phimose beschnittenen Kindern kommen Jugendliche und Männer hinzu, die auf Grund anderer medizinischer Indikationen, wie beispielsweise chronisch-entzündlicher Erkrankungen der Vorhaut …“

Stopp! Ich recherchiere und finde heraus: Der Lichen sclerosus ist diese chronisch entzündliche Hauterkrankung. Bei Männern ist die Häufigkeit 0,07 %. Sie bekommen durch Schrumpfung der Vorhaut eine Phimose. Beim Auftreten der Krankheit im Kindesalter ist in einigen Fällen eine komplette Normalisierung der Hautsymptome beim Übergang in die Pubertät zu erwarten.

Ergo: Für vorpubertäre Kinder scheidet eine Beschneidung wegen chronisch-entzündlicher Erkrankung aus. Insgesamt sind von 10.000 Männern maximal sieben betroffen, von denen nicht alle eine Phimose bekommen. Also steigert sich die maximal notwendige Rate von 5 auf 5,03 %. Praktisch sind es sogar nur ca. 1,3 %, nämlich der Rest, bei dem nach Aussage der Deutschen Gesellschaft für Urologie die Salbentherapie nicht fruchtet.

Jetzt weiter im Text mit Dr. Schweiger: „…oder aus religiösen oder ästhetischen Gründen beschnitten werden.“ Was hier fast beiläufig mit medizinischen Gründen auf eine Stufe gestellt wird, sind religiöse Gründe, die nachweisbar einer Eindämmung der Sexualität dienen, und ästhetische Gründe. Ersteres ist meiner Meinung nach wegen Religionsfreiheit abzulehnen und bei Letzterem scheidet ein unmündiges Kind als Patient aus, weil an diesem noch keine Schönheits-OPs durchgeführt werden dürfen.

Ich lese erstaunt weiter: „In Kombination mit Risikofaktoren, wie z.B. einer Fehlbildung der Harnwege, kann eine Beschneidung die Wahrscheinlichkeit von Harnwegsinfektionen reduzieren. Dies wäre auch eine der wenigen Ausnahmen, die für eine Beschneidung im Säuglingsalter sprechen.“

Ich recherchiere: Alle Harnwegsfehlbildungen zusammen treten bei 0,3 % der männlichen Bevölkerung auf und notwendige Beschneidungen führen zu weniger als 0,01 % beschnittene Männer. Jetzt wären wir also bei 1,31 % notwendiger OPs, wobei diese größtenteils auch mit Vorhautplastik abgemildert werden könnten.

Doch Dr. Schweiger kommt zu einer anderen Addition: „Mehr als 15 Prozent macht der Anteil der Beschnittenen insgesamt in Deutschland jedoch nicht aus.“

15 %? Wie kommt Dr. Schweiger darauf? Bei maximal 2,2 Mio. männlicher Muslime und ca. 100.000 männlicher Juden in Deutschland kämen höchstens 2, 6% Beschnittene dazu, was für die männliche Bevölkerung einen Anteil von 3,91 % inkl. medizinischer Fälle ausmacht. Sind also seiner Meinung nach über 11 % aus ästhetischen oder hygienischen Gründen im Erwachsenenalter beschnitten worden? Oder ist es eher die Folge überflüssiger Phimosebeschneidungen, die einfach nur Geld bringen?

Mein Erstaunen legt sich nicht, als ich weiterlese: „In den USA spielt das Thema Beschneidung eine wesentlich größere Rolle. Hier liegt der Anteil der im Kindesalter beschnittenen Jungen bei durchschnittlich 55 Prozent mit fallender Tendenz. Man will damit die Voraussetzungen für eine bessere Hygiene schaffen und Erkrankungen vorbeugen.“

Warum mit fallender Tendenz? Haben Amerikaner etwa neben den entferntesten Galaxien inzwischen auch Wasser und Seife entdeckt? Kein Wort über Dr. Schweigers Kollegen John Harvey Kellogg, der die amerikanische Beschneidungswelle im 19. Jh. auslöste. Ganz entschieden lehnte dieser die Masturbation ab, an der Kinder systematisch gehindert werden müssten. Originalton des Erfinders der Cornflakes: „Ein Mittel gegen Masturbation, welches bei kleinen Jungen fast immer erfolgreich ist, ist die Beschneidung. Die Operation sollte von einem Arzt ohne Betäubung durchgeführt werden, weil der kurze Schmerz einen heilsamen Effekt hat, besonders, wenn er mit Gedanken an Strafe in Verbindung gebracht wird. Bei Mädchen ist die Behandlung der Klitoris mit unverdünnter Karbolsäure hervorragend geeignet, die unnatürliche Erregung zu mindern.“ Aus: Treatment for Self-Abuse and its Effects, Plain Facts for Old and Young

Kellogg lebte nach eigener Aussage sexuell völlig enthaltsam. Ein Zitat über ihn: „Es ist wahrscheinlich, dass Kellogg in gewisser Weise dysfunktional war. Jeden Morgen nach dem Frühstück ließ er sich von einem Angestellten einen Einlauf verabreichen. Das könnte bedeuten, dass er eine Klismaphilie hatte, eine Abweichung sexuellen Verhaltens, bei dem der Einlauf den Geschlechtsverkehr ersetzt.“

Das muss ich nicht weiter kommentieren. Aber Dr. Schweiger weiß offiziell auch nichts über die Ernte von Babyvorhäuten in den USA, um Antifaltencremes für wohlhabende Damen zu produzieren - ein Milliardengeschäft.

Die nächste Frage des Interviews ist spannend: „Sind beschnittene Jungen ihren unbeschnittenen Geschlechtsgenossen gegenüber im Nachteil?“

Die Antwort Dr. Schweigers: „Abgesehen davon, dass sie eine kleine Operation über sich ergehen lassen müssen, befinden sich die beschnittenen Jungen keinesfalls im Nachteil.“

Hat sich der Urologe nie mit den Gründen und Wirkungen der Beschneidung befasst? Eine Doktorarbeit könnte er kennen: „Chirurgische Therapie des Lichen sclerosus et atrophicus“ von Jonas Grape, 2006. Dort heißt es über die Beschneidung: „Die Gründe für eine Beschneidung sind vielfältig. In früheren Zeiten standen vor allem religiöse und kulturelle Gesichtspunkte im Vordergrund. Die Beschneidung stellte hierbei höchstwahrscheinlich eine Form sozialer Kontrolle dar, die ausufernde Sexualität verhindern sollte.“

Das bestätigte Moses Maimonides, der wahrscheinlich bedeutendste Gelehrte des Judentums. Er schrieb im 12. Jahrhundert im „Führer der Unschlüssigen, Drittes Buch, Kapitel 49“:

„Und ebenso hat, wie ich glaube, die Beschneidung nebst anderen Gründen auch noch den, die geschlechtliche Lust zu verringern und dieses Organ möglichst zu schwächen, so dass es diese Handlung selten vollziehe und möglichst ruhen lasse.“

Ich sehe problemlos die Kette der erwünschten Lustverminderung seit den Anfängen der Beschneidung, über Moses Maimonides bis zu John Harvey Kellogg, die sich nun im modernen Amerika langsam im säkularen Bereich abschwächt. Aber auch Juden beschneiden ihre Kinder immer seltener. Warum sieht dies Dr. Schweiger nicht?

Stattdessen führt er im Ratgeber für Familien aus: „Im Gegenteil: - Beschneidungen sind durchaus sinnvoll, z.B. beim Viren- und Aidsschutz. Unter der Vorhaut können sich leicht Bakterien und Viren sammeln, die bei fehlender Hygiene zu Infektionen führen.“

Was heißt denn das?: Bei fehlender Hygiene… Etwa ohne Wasser und Seife? Warum klärt Dr. Schweiger seine Patienten oder die fragenden Eltern nicht in dieser Richtung auf? Abgesehen davon, dass die Gefahr, dass ein kleines Kind mit Aidsviren an seinem Geschlechtsorgan in Kontakt kommt, eher gering ist.

Ich lese fassungslos weiter: „Beschneidungen verringern auch deutlich die Gefahr, an Peniskrebs zu erkranken und bei Frauen sinkt parallel dazu die Wahrscheinlichkeit einer Gebärmutterhalserkrankung. Internationale Studien haben zudem gezeigt, dass bei beschnittenen Männern die Ansteckungsrate mit HI-Viren sinkt.“

Diese alte Leier muss ich nicht weiter kommentieren. Oder leben wir in Afrika, südlich der Sahelzone?

Ich überspringe den Text ein wenig, lasse aber nichts weg, was Dr. Schweiger entlasten könnte. Die nächste Frage an ihn: „Was geschieht bei der OP? Welche Operationsmöglichkeiten gibt es?

Dr. Schweiger: „Die Zirkumzision ist ein kleiner operativer Eingriff, der ambulant und bei Kindern grundsätzlich unter Narkose durchgeführt wird.“

Ein kleiner Eingriff, über dessen psychologische Folgen er sich als Chirurg nicht zu kümmern hat, wie er selbst im KiKA-Webtalk zugab. Dr. Schweiger weiter: „Die Eltern können wählen zwischen einer radikalen, vollständigen Beschneidung, so wie sie üblich ist bei Juden und Muslimen, und einer anteiligen Beschneidung, bei der nur die Verengung beseitigt wird und ein Teil der Vorhaut erhalten bleibt. Die letztere Variante wird von den Eltern bevorzugt wahrgenommen, da man bei dieser Operationstechnik nicht gleich sieht, dass der Junge beschnitten ist.“

Könnte es sein, dass es mit der „Ästhetik“ eines beschnittenen Penis doch nicht so weit her ist? Der Dr. weiter: „Die Beschneidung dauert unabhängig von der gewählten Operationstechnik zirka 30 Minuten. Die Wunde heilt erfahrungsgemäß in zehn bis 14 Tagen. Nach zwei bis drei Monaten sollten dann keine Beschwerden mehr bestehen.“

Hier endet im Wesentlichen das Familienmagazin. Kein Wort über Risiken und Nebenwirkungen der Beschneidung, kein Wort über den immer eintretenden Verlust der Nervenenden, das regelmäßige Abstumpfen der Eichel bis hin zur Unfähigkeit einen Orgasmus zu erreichen und sogar möglicher Impotenz. Warum eigentlich? Weiß Dr. Schweiger das nicht oder will er es nicht wissen? Diktiert ihm etwa sein katholischer Arbeitgeber, sich in diesen Fragen religionskonform zu verhalten, weil auch die Christenheit der Selbstbefleckung nicht sonderlich positiv gegenübersteht? Oder steckt der Schulterschluss der abrahamischen Religionen dahinter, in diesen schlimmen Zeiten der Bedrängung religiösen Lebens?

Für mich diskreditiert dies Dr. Schweiger als einzigen Arzt beim KiKA-Webtalk ohne medizinische Gegenstimme, wie z.B. Dr. Wolfram Hartmann, dem Präsidenten des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

Als nächste stelle ich Prof. Dr. Sandra Fleischer vor, eine Expertin für Kindermedien, die an der Diskussion teilnahm. Sie arbeitet für die FSK in Erfurth. Also sollte sie schon kritisch hinschauen und die psychologische Seite eines Filmes aus Kindersicht beurteilen können. Ich gebe einmal wieder, was sie so im KiKA-Webtalk über das Beschneidungsfest von sich gab:

„Der Jugendschutz guckt halt ganz klar hin, sind da Szenen drin, die wirklich jemanden beeinträchtigen können? Und wir haben kein Blut gesehen, wir haben kein Kind gesehen was OPFER war, was GEZWUNGEN war. Wir haben ein Kind gesehen, was eingerahmt in Freunde und in Familie lebt, ein Kind, was uns mitgeteilt hat, was ihm wichtig und was ihm wertvoll ist und davon abgeleitet haben wir auch mitbekommen, was für diese Familie einen WERT hat. Und wir haben - wenn man jetzt vom Jugendschutz wieder guckt - wir haben eine positive Auflösung, diesem Jungen geht's gut.“

Denkt die Frau Professorin wirklich so? Beschneidung als WERT? Kennt sie nicht die Opferfunktion bei Beschneidungen? Hat sie wirklich nicht gesehen, wie der Junge subtil und mittels Mobbing gezwungen wurde? Oder wäre es in ihren Augen okay, wenn ein böser Onkel kleine Mädchen mit Süßigkeiten überzeugt, ihm einen „Gefallen“ zu tun? Hier habe ich den deutlichen Eindruck, dass es im Vorfeld des Webtalks eine Sprachregelung gab, welche die Kritiker ruhigstellen sollte.

Des Weiteren saß Prof. Dr. Jörg Rüpke von der Uni Erfurth in der illustren Runde. Ob wenigstens er aufklären konnte, wie Religionen sich anpassen, verändern können? Als klassischer Philologe und Religionswissenschaftler schien er dafür prädestiniert. Schließlich gilt er als derzeit weltweit führender Experte für die Geschichte der, nun, der antiken römischen Religion. Das ist jetzt eher Polytheismus und hat mit dem fraglichen Monotheismus weniger zu tun.

Aber das will ich zunächst nicht überbewerten. Seit April 1999 ist er Professor für vergleichende Religionswissenschaft an der Universität Erfurt. 2008 wurde er Sprecher der Erfurter Graduiertenschule "Religion in Modernisierungsprozessen".

Modernisierungsprozesse? Das klingt doch gut. Doch warum sagte Prof. Rüpke nichts darüber, dass auch der Islam sich modernisieren könnte? Meine Meinung: Vor solchen Diskussionen werden Vorgespräche geführt. Dort werden in der Regel keine Maulkörbe verteilt, doch hier wurde offenbar die Linie „Wir greifen Religion nicht an mit unsinnigen Forderungen nach Modernisierung“ festgelegt. Dieser Wissenschaftler war der einzige in der Runde, der Stellung zur Veränderungsfähigkeit von Religion hätte beziehen können. Offenbar war dies unerwünscht, so dass er in diesem einstimmigen Pfeifkonzert mitmachte. Schade!

Der vierte Experte der Runde, Ender Cetin, Vorsteher der Sehitlik Moschee in Berlin war nun auch nicht angetreten, irgendein Wort gegen Zwangsbeschneidung im Kindesalter zu sagen – zumal er diese seinen eigenen Sohn bereits durchleiden ließ. Aber er musste gar nicht viel begründen, das taten schon die anderen Diskutanten. So konnte er sich ein zufriedenes Gesicht nicht verkneifen.

Michael Stumpf schließlich, der Programmgeschäftsführer des KiKA, schien mit der Materie mehr als überfordert. Mutig von ihm war immerhin, sich dem überhaupt am Sonntag auszusetzen.

Vor seiner Amtszeit lief auf KiKA die biblische Zeichentrickserie CHI RHO – Das Geheimnis, teilfinanziert von der evangelischen und katholischen Kirche. Udo Hahn, Leiter des Medienreferats der EKD, bezeichnete die Serie als „innovativstes Vorhaben, Kinder mit der Bibel vertraut zu machen“. Kritiker werfen KiKA vor, Kinder mit religiösen Sendungen zu missionieren. Kritisiert wurde auch, dass der Großteil der Produktionskosten auch von atheistischen Steuerzahlern getragen wurde.

Michael Stumpf wies im Webtalk auf den allgemeinen Auftrag eines öffentlich-rechtlichen Senders hin. Doch er interpretierte ihn höchst eigenwillig: Der dokumentarische Ansatz der Sendung käme darin zum Ausdruck, dass die Kinder in den vorgestellten „Lebenswelten“ möglichst selbst sprechen sollten.

Dass in diesem Konzept praktisch alle Lebenswelten – von weiblicher Genitalverstümmelung bis zur Hochzeit kleiner Mädchen – vorgestellt werden könnten, scheint dem überforderten Programmgeschäftsführer nicht aufgegangen zu sein.

Aber hat wenigstens der Moderator des Webtalks diese Schieflage ausgleichen können? Es handelte sich um Matthias Gehler, einen ehemaligen Pfarrer und heutigen Chefredakteur des mdr.

Kurz seine Vita: Studium u. a. der Theologie, bis 1987 Abteilungsleiter für Jugendarbeit im kirchlichen Bereich, Lehrtätigkeit u. a. an der Universität Erfurt.

Sicher, ein Moderator muss in einer Diskussion neutral bleiben. Aber hätte er bei dieser Vita religiöse oder traditionelle Gebote wirklich kritisch hinterfragt?

Und zu guter Letzt die Produktionsfirma Ifage in Wiesbaden, die Tahsins Beschneidungsfest verfilmt hat. An ihrem Beispiel zeigen sich die Verflechtungen zwischen Religion und TV-Produktionen besonders deutlich, die gerade beim KiKA schon angeklungen sind.

Die Ifage ist Teil der Tellux-Gruppe, München, die im Wesentlichen katholischen Bistümern gehört. Ich selbst hatte bis vor etwa acht Jahren für die Ifage als Subunternehmer des ZDF gearbeitet. Die Firma selbst gehörte zu 100% dem Erzbistum Köln und deren verantwortlicher Chefredakteur Günther Klein, ein studierter Theologe, sah moderne Medien stets auch als neue Art der Missionierung. Unter anderem habe ich an dem Vierteiler „Bibelrätsel“ mitgearbeitet, später folgte der Vierteiler mit Margot Käsmann über die Karriere Gottes und die zehn Gebote als angebliche Vorlage für die Menschenrechte. Auch dort ist mit einer religionskritischen Produktion eher nicht zu rechnen.

Mein Fazit: Der KiKA als Spartensender zweier öffentlich-rechtlicher Sender hat in eklatanter Weise gegen den ihm zugrundeliegenden Rundfunkstaatsvertrag und gegen die journalistische Gepflogenheit der Ausgewogenheit verstoßen.

Die Bewertung des dezidiert religionsschonenden Films, sowie der Webtalk mit christlich-muslimischer Prägung, welcher bekannte Fakten und von Zuschauern geäußerte Kritik trotz vorhandener Fachkompetenz ignorierte, führt mich zum Ergebnis, dass hier mit Vorsatz gehandelt wurde – mit dem Ziel, Schaden von Religionen abzuwenden unter Inkaufnahme lebenslanger Schäden für unmündige Kinder. Dieser Verstoß gegen den Rundfunkstaatsvertrag wurde intern nicht verhindert, weil Fernsehen seit fast zwei Jahrzehnten in formalen Kriterien feststeckt. Wichtiger ist nun, ob ein Film z.B. kleinteilig/magazinisch ist. Wegen dieser Entfernung vom Content habe ich mich vor Jahren aus dem TV-Geschäft zurückgezogen.

Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass meine sämtlichen Schreiben an KiKA und an die mir persönlich bekannte Geschäftsführerin der Ifage bis zum heutigen Tag unbeantwortet blieben.