06. 03.

[r]echte Kerle – Zur Kumpanei der MännerRECHTSbewegung

Vortrag und Diskussion mit Andreas Kemper in Düsseldorf

Die Männerrechtsbewegung ist ein Netzwerk von Antifeministen, welches Männer als Opfer instrumentalisiert. Unter dem Vorbehalt des vermeintlichen Tabubruchs werden frauenfeindliche, schwulen- und lesbenfeindliche, antisemitische, rassistische und anti-sozialstaatliche Positionen propagiert. In einigen Foren zitieren sie Nazi-Webseiten und verbreiten Vergewaltigungs- und Mordphantasien.

Während in den 1970er und 1980er Jahren die Männergruppen profeministisch und antisexistisch ausgerichtet waren, differenzierte sich die Männergruppenszene ab Anfang der 1990er Jahre. Es kam zu einer Institutionalisierung der Jungen-, Väter- und Männerarbeit, die oftmals mit kirchlichen und vor allem esoterischen Ansätzen einherging und eine Entpolitisierung der Männerarbeit und -bildung mit sich brachte. Emanzipatorische, profeministische Männergruppen wurden zudem durch postgender-Ansätze in Frage gestellt, die sich gegen Identitätsarbeit und damit auch gegen Männergruppen wandten. Innerhalb der unkritischer werdenden Männergruppenszene gewannen ab der Jahrtausendwende zunehmend antifeministische Männerpositionen an Gewicht. Inzwischen gibt es eine Reihe von antifeministischen, maskulistischen bzw. männerrechtlichen Internetforen und Organisationen, die antiemanzipatorisch eingestellt und zum Teil von einer rechtsextremistischen Geschlechterpolitik kaum zu unterscheiden sind.

Der Refernent: Der Soziologe Andreas Kemper forscht schwerpunktmäßig zu Klassismus, zum organisierten Antifeminismus und zur AfD. Zum Thema Maskulinismus hat er u.a. veröffentlicht: „[r]echte Kerle. Zur Kumpanei der MännerRECHTSbewegung“ (Unrast, 2011).

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